Lebensinsel

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Das Bevölkerungswachstum, die Entwicklung der Landwirtschaft und der Intensivtierhaltung, der ständige Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen (mit der daraus resultierenden Zunahme der Umweltverschmutzung und des Verkehrs) und der Klimawandel zerstören (oder spalten) die Lebensräume der Wildtiere, die so die Orientierung verlieren und nicht überleben können oder getötet werden.

Und es sind auch die Igel, die für die Folgen des ruinösen Verhaltens des Menschen auf die Artenvielfalt „vor der eigenen Haustür” leiden und sterben.

Daniel Jacumeit Donnerstag, 2. Juli 2020 von Daniel Jacumeit

Im Bild: Hortus conclusus

Was ist eine Lebensinsel?

Eine Lebensinsel ist mehr, als eine normale “Blühfläche”! Eine Lebensinsel schafft, wie der Name schon erahnen lässt, einen gesamten Lebensraum für (bedrohte) Tiere und Pflanzen.

Sie wirkt so dem Rückgang der Biodiversität aktiv entgegen.

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Daniel Jacumeit Donnerstag, 2. Juli 2020 von Daniel Jacumeit

Im Bild: Hortus aviarum

"grüne Wüste" ohne Leben.

Heute werden Straßenränder und andere Flächen, dessen Gras nicht benötigt wird, gemulcht. Das heißt, das Gras am Wegrand wird komplett gehäckselt, bis nichts mehr übrig ist. Alle Tiere auf der Fläche sterben dabei, der Nährstoffeintrag beim Verrotten sorgt dafür, dass bald nur noch Gräser und keine Blühpflanzen mehr wachsen. Es entsteht eine "grüne Wüste" ohne Leben.

Öffentliche Hecken werden "sauber gemacht". Jedes kleine Stückchen Totholz wird entfernt. Käfer und andere Lebewesen bleiben vor leeren Tellern zurück und müssen verhungern.

Lebensinseln dagegen werden naturnah gepflegt, sodass Leben entstehen kann. Diese Flächen wirken dem Artensterben entgegen und sorgen für Vielfalt und Schönheit in unserer Natur. Es blühen Pflanzen, die Nahrung für unsere Bienen und Schmetterlinge bieten. Totholz sorgt für Lebensräume. Steinhaufen bieten Unterschlupf.

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Donnerstag, 2. Juli 2020

Was ist Biodiversität?

Weil die Arten aufeinander angewiesen sind, ist es wichtig, die ganze Vielfalt der Natur zu erhalten. Fachleute nennen die Vielfalt „Biodiversität“ oder auch „biologische Vielfalt“. Damit wird die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde bezeichnet. Dazu gehören die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume, aber auch andere Lebensformen wie Pilze und Mikroorganismen. Mikroorganismen sind kleinste Lebewesen, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind.

  • Texte: pro-igel.ch

    Texte: pro-igel.ch

    Der ursprüngliche Lebensraum

    Der ursprüngliche Lebensraum des Igels, eine kleinräumige, reich strukturierte Kulturlandschaft mit Hecken, Gehölzen, artenreichen Wiesen und vielfältigen Bachböschungen wurde durch die moderne Landwirtschaft grossflächig zerstört. Mehrheitlich verschwunden sind auch die stufigen Waldränder mit viel Unterholz, Wildstauden und Kräutern. In dieser einst vielfältigen Landschaft fand der Igel ein breites Angebot an Kleintieren als Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten für seine Tages- und Winterschlafnester. Von diesen ehemals grossräumigen traditionellen Kulturlandschaften sind lediglich dürftige Inselchen geblieben; zu klein für den Fortbestand vieler Arten. Eine Vernetzung solcher Lebensräume wäre dringlich, scheitert aber häufig an politischen und wirtschaftlichen Überlegungen.

  • Texte: pro-igel.ch

    Texte: pro-igel.ch

    Der heutige Lebensraum

    Obwohl der Siedlungsraum unseren einheimischen Wildtieren – und dem Menschen – einen naturnahen und abwechslungsreichen Lebensraum bieten könnte, präsentiert er sich allzu oft umwelt- und lebensfeindlich. Exotische Sträucher entziehen unserer angestammten Fauna die Lebensgrundlage – Schmetterlinge, Käfer & Co. haben keine Nahrungsbasis mehr. In langer gemeinsamer Entwicklung haben sich nämlich Tiere und Pflanzen aneinander angepasst und sind voneinander abhängig geworden. Beispielsweise lebt von den Früchten der exotischen Thuja nur gerade eine einzige Vogelart, wohingegen die einheimische Vogelbeere Nahrung für rund 60 Vogelarten bietet. Ökologisch wertlos sind auch die weit verbreiteten Zierrasen. Sie bestehen aus einer einzigen Grasart und bieten höchstens einigen wenige Bodenlebewesen einen Lebensraum. Eine Studie des Bundesamtes für Umwelt hat die Pflege unserer Ziergärten in Zahlen gefasst: Auf den 20'000 Hektaren Zierrasen (ohne Spiel und Sportanlagen) in der Schweiz werden jährlich 100 Tonnen Unkrautvertilgungsmittel, über 10'000 Tonnen Kunstdünger eingesetzt. Und die ganze Pflege ist begleitet von 5 Millionen Stunden Rasenmähergeknatter!

    Die Möglichkeiten, welche öffentliche Gärten, Schulhaus- und Parkanlagen für eine natürliche Begrünung bieten, werden – falls überhaupt – nur sehr begrenzt genutzt. Fantasielosigkeit und ein übertriebener Ordnungssinn entziehen auch hier der einheimischen Natur den Lebensraum, während sich nur noch exotische Bodenbedecker und standortfremde Sträucher breit machen.

  • Texte: pro-igel.ch

    Texte: pro-igel.ch

    Der igelfreundliche Garten

    Das A und O eines igelfreundlichen Gartens ist eine Hecke aus einheimischen Sträuchern. Nicht umsonst heisst der Igel schliesslich im Englischen hedgehog, was so viel bedeutet wie „Heckenschwein“. Am besten lässt man entlang der Hecke einen etwa einen Meter breiten Saum mit einheimischen Kräutern und Stauden stehen, der nicht zu häufig gemäht wird (3 - 4 mal pro Jahr). Dort und in der Laubstreu der Hecke findet das Heckenschwein nämlich seine bevorzugte Nahrung: Käfer, Schmetterlingsraupen und andere Insekten, Schnecken, Hundert- und Tausendfüssler sowie zahlreiche Spinnen. Das Innere der Hecke bietet wiederum geschützte Plätze, wo sich Nester für den Tages- und sogar für den Winterschlaf bauen lassen. Eine Hecke ist auch eine igelfreundliche Gartenbegrenzung. Sie bietet zwar Sicht- und Lärmschutz, aber sie ist niemals so dicht, dass sie die wanderlustigen Stacheltiere nicht durchqueren könnten. Nur eine Hecke aus gemischten, einheimischen Sträuchern ist jedoch von Nutzen für die einheimische Tierwelt, denn nur Holunder, Kornelkirsche, Heckenrose und Co. bieten Nahrung und Schutz. Exoten mögen ja schön blühen, aber sie sind wertlos für Bienen und andere Insekten.

  • Texte: pro-igel.ch

    Texte: pro-igel.ch

    Blumenwiese und Naturrasen

    Die sorgfältig gestutzten Rasenteppiche sind nichts für Igel, denn sie enthalten meist nur 2-3 verschiedene Grasarten und werden intensiv mit Kunstdünger und giftigen Pflanzenschutzmitteln behandelt. Hier lebt praktisch nichts mehr. Wie viel wertvoller ist eine angesäte Blumenwiese. Die vielen verschiedenen Blumen- und Kräuterarten locken unzählige Kleinlebewesen an, seien es nun Wildbienen, Schmetterlinge, Spinnen oder Käfer. Vögel, Igel und Spitzmäuse finden so einen reich gedeckten Tisch. Wer nicht überall im Garten den Rasen durch eine Blumenwiese ersetzen will, kann diesen auch seltener mähen. Gepaart mit dem Verzicht auf Kunstdünger, Pestizide und Herbizide lässt sich auch die Vielfalt eines Rasenteppichs erhöhen. Bald siedeln sich erste Blumen an: Gänseblümchen, Ehrenpreis, Wiesenschaumkraut, Löwenzahn oder Günsel – und in ihrem Schlepptau kommen auch zusätzliche Insekten.

    Kinder lieben Blumen und Schmetterlinge! Wie unnatürlich wirkt ein eintöniger Zierrasen neben der Artenvielfalt einer Blumenwiese. Nicht «Rasen betreten verboten», sondern «Blumen pflücken erlaubt» muss es heißen.

  • Texte: pro-igel.ch

    Texte: pro-igel.ch

    Ast- Stein- Totholzhaufen und sonstige Verstecke

    In vielen Gärten fallen alljährlich grosse Mengen an Schnittholz an, manchmal auch das Holz eines gefällten Baumes. Was nicht als Feuerholz genutzt wird, sollte zu Asthaufen aufgeschichtet werden. Ast und Laubhaufen gehören nämlich zum wichtigsten Mobiliar eines igelgerechten Gartens. Was da in einer stillen Ecke vor sich hinmodert, nährt Insekten und Würmer, die dem Igel den Tisch decken. In einem Laub- oder Asthaufen kann sich der Igel tagsüber verkriechen oder auch sein Winternest einrichten. Auch ein Steinhaufen oder ein locker aufgeschichtetes Mäuerchen aus losen Steinen wird zu einer lebendigen kleinen Welt für sich, wo zahllose Kleinlebewesen eine Wohnung finden und das Nahrungsangebot für den Igel erhöhen. Eine verwilderte, „unaufgeräumte“ Ecke kann im Garten ebenfalls Wunder wirken. Viele nützliche Insekten und sonstige Kleinlebewesen sind zur Überwinterung auf liegen gelassenes Laub, verwelkte Stauden und verdorrtes Gras angewiesen. Sie helfen dann im nächsten Jahr bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung. Igel lieben auch Brombeergestrüpp als Unterschlupf oder Hohlräume aller Art: unter Holzstapeln, Schuppen, Treppen, Steinhaufen oder alten Baumwurzeln.

  • Texte: pro-igel.ch

    Texte: pro-igel.ch

    Wasserstelle

    Ein kleiner, flacher Gartenteich oder eine Vogeltränke kann Igel in heissen, trockenen Sommern vor dem Verdursten retten. Zudem erhöht er die Vielfalt der Tiere, die in einem Garten leben können. Aber bitte keine steilwandigen Wasserlöcher, sie sind Todesfallen für Igel und andere Tiere. Wo kein Platz für einen Gartenteich ist, erfüllen flache, standfeste Wasserschalen, die täglich mit frischem Wasser versehen werden, den Zweck ebenso.

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