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Schildkröten

Tierschutz

Es gibt heute noch ca. 174 verschiedene Schildkrötenarten (jedes Jahr weniger). Die meisten Wasserschildkröten leben primär im Wasser, brauchen aber auch einen Landteil. Die Haltung von Wasserschildkröten ist nicht einfach, denn soll die Wasserschildkröte auch nur annähernd artgerecht gehalten werden, und nur dann überlebt sie in Gefangenschaft längere Zeit, muss man ihre besonderen Ansprüche berücksichtigen. Fast alle Krankheiten der Schildkröten sind haltungsbedingt! Wasserschildkröten gehören zu den meistgeschundenen Haustieren und das bei einer Lebenserwartung von bis zu 60 Jahren. In unzähligen Familien werden sie aus Unwissenheit falsch gehalten und dadurch gequält.

Wissenswertes zu Wasserschildkröten

Wasserschildkröten benötigen etwa 2/3 Wasser- und 1/3 Landanteil. Im Gartenteich eignet sich für den Landanteil am besten entweder eine Insel aus aufgeschütteten Steinen oder dicke Äste, die schräg aus dem Wasser ragen. An sonnigen, warmen Tagen kann man dann die Schildkröten beim Sonnenbaden sehen.

Die Hauptnahrung von Wasserschildkröten besteht aus Fisch, Libellenlarven, Wasserkäfern und anderen Wasserinsekten. Sie brauchen aber auch einen gewissen Anteil an pflanzlicher Nahrung, so verspeisen sie auch Teile der einen oder anderen Wasserpflanze, denn darin sind wichtige Vitamine, die sie benötigen. Zufüttern kann man mit im Handel erhältlichen Bachflohkrebsen. Bitte sind sie vorsichtig bei der Fütterung mit Pellets für Wasserschildkröten. Dann nur in geringen Maßen, da es sich dabei um ein Powerfutter handelt.

Die meisten im Teich gehaltenen Wasserschildkröten stammen größtenteils aus Klimaverhältnissen, die unserem ähneln. Im Tiefbereich eines idealen Teiches beträgt die Wassertiefe ca. 1m. Dorthin ziehen sich die ganzjährig im Teich lebenden Schildkröten im Herbst zurück und sind so vor Frost geschützt.

Damit es bei geschlossener Eisdecke nicht zu Sauerstoffmangel kommt, wird im September, wenn die Schildkröten noch aktiv sind, überschüssiger Schlamm (verrottete Pflanzenreste u. Ausscheidungen der Teichbewohner) vom Boden des Tiefbereiches entfernt. Als weitere Sicherheitsmaßnahme sollte vom Herbst bis zum Frühjahr einen Oxydator von der Firma „Söchting“ verwendet werden. Kurz vor einer gemeldeten Frostphase wird das Gerät eingesetzt. So hält die Füllung (12% Lösung Wasserstoffperoxyd) dann meist bis zum Ende des Winters. 

Sollte der Teich an der tiefsten Stelle diese Tiefe nicht erreichen, so kann man die Schildis auch in einem kalten Keller bei Temperaturen von ca. 3-10°C in einer Wanne überwintern. Zu dieser Methode wird geraten, wenn die Wasserschildkröten noch recht jung sind.

Achtung: Auf manchen Internetseiten wird vor einer Überwinterung von Wasserschildkröten gewarnt. Zu Unrecht!

Alle Schildkröten benötigen diese kalte Erholungsphase! Der Stoffwechsel wird auf ein Minimum heruntergefahren. Wenn Wasserschildkröten im Herbst in ein warmes Terrarium gesetzt werden, leidet der gesamte Organismus. Der Körper kann nicht abschalten. Daraus entstehen die meisten Erkrankungen.

Erkrankungen bei Schildkröten gehen zu 99% auf Haltungsfehler zurück.

Vorsicht! Der Handel mit Rotwangen- und Gelbwangen-Schmuckschildkröten ist verboten, da es sich um sogenannte Neophyten handelt. Neophyten sind nicht heimische Organismen, die sich bei uns unkontrolliert vermehren können und so in der Lage sind heimische Populationen zu verdrängen uns auszulöschen.

Brigitte Kutschke
Tierhilfe Straubing e.V.

»Wer sich vornimmt Gutes zu wirken, darf nicht erwarten,
dass die Menschen ihm deswegen Steine aus dem Wege räumen,
sondern muss auf das Schicksalhafte gefasst sein, dass sie ihm
welche in den Weg legen.«

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