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Igelhilfe

Welcher Igel braucht Ihre Hilfe?
Verwaiste Jungtiere, die tagsüber außerhalb des Nestes gefunden werden. Offensichtlich verletzte, kranke Igel, die von Parasiten oder Eiern befallen sind. Nach Winter-einbruch aktive oder abgemagerte Tiere. Nehmen Sie nur Tiere auf, auf die diese Kriterien zutreffen!

Merke:

Igel die unterkühlt sind, sind nicht in der Lage Nahrung oder Flüssigkeit aufzunehmen.
Aus diesem Grund hat der Versuch einer Zwangsernährung zu unter-bleiben, bis der Igel seine gewohnte Körpertemperatur wieder erreicht hat. Er kann dann meist selber wieder Nahrung aufnehmen.
Ein Igel ist kein Spielkamerad für Kinder, kein Kuscheltier vor dem Fernseher. Er ist ein Wildtier und muss auch so behandelt werden. Bitte gewöhnen Sie Ihren Pflegeigel nicht an Haustiere, besonders nicht an Hunde! Das könnte später in der Natur tödliche Folgen haben.

Igel gefunden? Was tun?

ERWACHSENER IGEL:

1. Handelt es sich um einen erwachsenen Igel, der tagsüber munter herumläuft, sich bei Erschrecken zusammenrollt, angebotenes Futter annimmt, so ist dieses Tier wahrscheinlich nur aufgescheucht oder hat enormen Hunger, da es sich für den bevorstehenden Winterschlaf noch eine dicke Fettschicht anfuttern muss.

!! Dieses Tier bitte nur beobachten !!

2. Liegt der gefundene, erwachsene Igel apathisch herum, reagiert nicht mit Einrollen, Fauchen oder Flüchten, ist stark abgemagert oder seine knopfförmigen Augen sind kaum zu sehen, so muss das Tier vorerst ins Haus genommen werden. Man kann ihn mit dicken Handschuhen angreifen; noch besser, man legt ein 3 bis 4-fach zusammengefaltetes Handtuch über seinen Rücken und kann ihn so – ohne selbst gestochen oder verletzt zu werden – nehmen. Im Haus bereitet man eine eher höhere Schachtel, die mit Zeitungspapier (auf keinen Fall mit Laub oder Stroh) ausgelegt wird. Da hinein wird der Igel dann gebettet. Die Igelbehausung bleibt in einem warmen Zimmer im Haus (nicht kalter Keller, Garage oder Lagerraum).

Folgendes ist aber davor zu tun:

den Igel auf Verletzungen hin untersuchen (auch an den Pfoten und wenn möglich auf der Bauchseite)

den Igel unverzüglich von Fliegeneiern und Maden befreien (vor allem in Wunden und Körperöffnungen), dies kann mit einer Pinzette geschehen. Auch Flöhe und Zecken sollten entfernt werden: Gegen Flöhe ist ein Spray auf Basis von Kokos- und Sonnenblumenöl – z.B. von Bio-Schutz – sehr hilfreich, Zecken mit einer Pinzette gerade nach oben ziehen!

Bitte baden Sie den Igel auf keinen Fall, auch Parasitenpräparate, die in den Nacken getropft werden können (wie bei Katze oder Hund) sind zu vermeiden, können für den Igel den Tod bedeuten!

Fühlt sich der Igel auf der Bauchseite kalt an, bitte aufwärmen!

Zwei Möglichkeiten:

auf eine handwarme, mit einem Handtuch umwickelte, ca. 35 Grad warme Wärmeflasche legen, den Igel mit einem weiteren Tuch zudecken. (Keine Tücher mit Löchern oder Fransen verwenden, da Verletzungsgefahr für das Tier besteht.)

unter eine Wärmelampe legen = eine mit einer 25 Watt starken Glühbirne (auf keinen Fall stärker) versehenen Lampe (z.B. Schreibtisch-lampe, Klemmlampe,…)

Erfühlen Sie mit der Hand die richtige Entfernung: der Igel sollte es gut warm, aber nicht zu heiß haben! Sorgen Sie dafür, dass die Lampe stabil steht oder verankert ist, um ein Umfallen oder Kippen zu vermeiden! Verwenden Sie keine Rotlicht- oder sonstige spezielle Lampe!

3. Bestimmen Sie das Geschlecht des Igels, es könnte sich bei Ihrem Findling nämlich um eine säugende Igelmama handeln, dann wäre ein Suchen nach dem Nest unbedingt erforderlich.

Versuchen Sie dafür einen Blick auf die Bauchseite des Igels zu bekommen. Wenn Sie meinen, einen „Nabel“ zu sehen, dann handelt es sich um ein Männchen. Sein Penis befindet sich nämlich in der Mitte der unteren Körperhälfte, während die Scheide des Weibchens unmittelbar vor dem After gelagert ist und somit bei einem Blick auf die Bauchseite nicht zu sehen ist.

4. Bieten Sie dem Igel Futter an!

Dies kann sein:

Katzen – oder Hundedosenfutter (nur pastetenartiges Futter ohne Gelee und/oder Soße verwenden, Trockenfutter zuerst aufweichen)

kurz angebratenes Rinderfaschiertes

Eierspeise (ohne Salz oder Gewürze!)

Wasser

Obst, Gemüse oder Milchprodukte sind keine Igelnahrung!

Niemals Milch – auch nicht gewässert – geben!

Ganz schwachen Igeln, die zum Selberfressen nicht in der Lage sind, flößt man mittels einer Plastikspritze (ohne Nadel natürlich!) oder Pipette ungesüßten, lauwarmen, leichten Fenchel- oder Kamillentee ein. Frisst der Igel nach ca. 12 Stunden noch immer nicht selbständig, sofort den Tierarzt oder unsere Igelstation aufsuchen!

IGELKIND ODER IGELSÄUGLING:

1. Haben Sie ein Igeljunges/Igelbaby (Augen und Ohren noch geschlossen) außerhalb des Nestes ohne Mutter gefunden, ist rasches, fachmännisches Handeln unbedingt erforderlich.

Erstversorgung:

sofort aufwärmen (siehe oben, Punkt 2)

eventuell leichten, ungesüßten, lauwarmen Fenchel- oder Kamillentee tröpfchenweise, sehr vorsichtig einflößen

unbedingt – so schnell wie möglich – Kontakt zur Igelstation aufnehmen, die Zeit spielt eine wichtige Rolle!

Igelsäuglinge sollten nur von erfahrenen Fachleuten aufgepäppelt werden!

2. Haben Sie ein Igelkind, das bereits selbständig Nahrung aufnimmt, aber tagsüber alleine herumläuft gefunden, so behandeln Sie dieses vorerst wie einen erwachsenen Igel. Hier ist die Kontaktaufnahme mit der Igelstation aber sehr wichtig. Man muss von Fall zu Fall – individuell – entscheiden, was für dieses Igelchen am besten ist. Das Gewicht ist hier sehr entscheidend. Bitte vor der Kontaktaufnahme mit uns abwiegen!

3. Haben Sie ein zu spätgeborenes Igelchen gefunden, dessen Gewicht jetzt noch unter 400 Gramm liegt, muss dieses unbedingt gefangen und in häusliche Pflege genommen werden. Diese Igel können auch bei guter Fütterung das für den Winterschlaf nötige Gewicht nicht mehr erreichen. Sind kleine Igelkinder mit der Mutter unterwegs, bitte trotzdem einfangen und hereinnehmen. (Gründe hierfür können Sie bei uns auf der Igelstation erfragen.)

Auf unserer Igelstation erhalten Sie Antworten auf Ihre Fragen und Pflegeanleitung für Ihren Schützling. Sehen Sie sich dieser Aufgabe nicht gewachsen, dürfen Sie das Igelkind oder den hilfsbedürftigen, kranken oder verletzten Igel auch zu uns bringen.

Nehmen Sie in jedem Fall mit uns Kontakt auf!

Bedenken Sie aber, dass

jede Hilfe richtig sein muss,

so rasch als möglich erfolgen soll,

nicht jeder Igel Hilfe braucht,

der Igel ein Wildtier ist und nach Gesundwerdung oder Aufpäppelung – zum richtigen Zeitpunkt (frühestens aber erst ab Mitte Mai nächsten Jahres) – in die Natur zurückgebracht werden muss

er kein Kinderspielzeug und/oder Kuscheltier ist.

Das richtige Gewicht
Der Igel sollte pro Tag etwa zehn Gramm zulegen – kleinere und abge-magerte Igel vertragen auch mehr. Deshalb täglich wiegen.
Ein im Herbst gefundener Jungigel muss mindestens 600 Gramm schwer sein um den Winterschlaf gefahrlos antreten zu können.
Ein erwachsener Igel sollte nach Möglichkeit 1.000 Gramm auf die Waage bringen.

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